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Theater mitten in der Altstadt

SPALT - »1200 Jahre Spalt «

Die Spalter Sommernachtsspieler starteten am Wochenende ihre Aktionen zum Jubiläum der Hopfenstadt. Insgesamt zwölfmal rücken bei einer Wanderung durch die historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt gewisse »Randerscheinungen« in den Blickwinkel der Betrachter.  Während des Rundganges durch die Stadt mit dem versierten und stets launigen Stadtführer Walter Bachmann treffen die jeweils bis zu 25 Teilnehmer an zehn Stationen auf die Akteure der Sommernachtsspieler, die Ereignisse aus der langen Geschichte ihrer Kommune zum Leben erwecken. So wird aus dem Gang durch die Altstadt ein Freilichttheater mit wechselnden natürlichen und echten Kulissen.

Gleich zum Auftakt trifft die bewusst limitierte Besucherschar am Zollhäuschen auf gar strenge Stadtwächter, die den Neuankömmlingen die strengen Vorschriften der sittsamen Stadt vor Augen führen und die Zahlung des Wegezolls kontrollieren.Gleich danach führt Walter Bachmann seine Schutzbefohlenen in den Hof der früheren Stiftsbücherei, wo an der Hauswand mit dem dort angebrachten Steinrelief der »Judensau« an die weniger schmeichelhafte Seite der kirchlich geprägten Stadtgeschichte erinnert wird. Diese Station war bereits ein einprägsames Detail des in der vergangenen Woche eröffneten Spalter Geschichtswegs (wir berichteten). Der Monolog des »Steinmetzes« regt zum Nachdenken an.Am Herkulesturm treffen die Passanten auf den Spalter Wunderheiler Dr. Herkules, der einem kranken Kind und dessen bäuerlicher Mutter die Heilkraft seines »antihektischen Lungenzuckers« verdeutlicht und sich dafür mit Naturalien aus der Schlachtschüssel entlohnen lässt.
Wenige Meter weiter erleben die Zuschauer den Besuch des Spalter Mitreformators Georg Burkhardt, genannt »Spalatin«, der mit seinem Diener vor seinem »Original-Geburtshaus« in der Fröschau auf Mutter Burkhardt und deren Hausmagd trifft und die Hintergründe der lutherischen Thesen erläutert.

Vor dem Rathaus am Gabrieliplatz wird deutlich, dass das historische Gebäude auch einmal Finanzamt war, als ein aufgebrachter Bürger mit leerem Geldbeutel schimpfend aus den barocken Mauern eilt. Besinnlich wird es dann in der Nikolauskirche. Nach fachlichen Erläuterungen des Stadtführers zum Neubau aus dem 18. Jahrhundert und seiner prächtigen barocken Innenansicht, ertönen von der ersten Empore gregorianische Gesänge. Auf der zweiten Empore erscheint Bischof Nikolaus, der Namensgeber des Gotteshauses, der eigens zum Empfang der Gäste aus seiner Diözese in der Türkei angereist ist und die Legende um den späteren Heiligen ins Gedächtnis ruft.
Gegenüber der Kirchentür wartet die urwüchsige Seniorchefin des »Hinteren Wechsler-Metzgers«, die den Besuchern Bratwurstsemmeln und Kräuterschnaps zur Stärkung und zum Aufwärmen kredenzt. Vor dem Arrestturm wartet die nächste Spielszene, als ein »Schucker« (Gendarm) einen Messerstecher aus der Schar der vielen fremden Hopfenzupfer in Gewahrsam nimmt. Vom Oberen Turm bläst der Türmer und in ihrem Keller wartet Gastgeberin Irmgard Krempl mit Tee und Honigwein auf die - zumindest am vergangenen Samstag - fröstelnden Stadtbesucher.

Nachdem diese in der Gänsgasse einen Nachbarschaftsstreit zweier giftiger Anwohnerinnen »von Fenster zu Fenster« erleben, wartet im historischen Hopfenbauernhaus »beim Veit« eine Spielszene, die mit den Bräuchen beim früheren Hopfenzupfen vertraut macht. Schmalzbrot und Wermuth tragen zum Wohlbefinden bei.
Robert Wechsler und Jochen Wiltschko schrieben die Texte und spielten selber mit, Ute Bachmann-Wieder spielte und sorgte für den musikalischen Part und die Organisation. Florian Kollinger, Rudi Kern, Carmen Jahnel, Inge Müller, Felix Nüßlein, Natascha Gessner und weitere Akteure der Sommernachtsspieler ergänzten das ambitionierte Team, das 1200 Jahre Stadtgeschichte mit »Randerscheinungen« zum Leben erweckte.
Nächste Aufführungstermine sind am 27. und 28. März, jeweils um 14 Uhr. Anmeldungen können bei der Tourist-Information im Rathaus erfolgen. Die Gebühr beträgt 15 Euro, Kinder zahlen sieben Euro.

RHV 15.März 2010

 
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